Craps in deutschen Online-Casinos: Lizenzlage, Spielauswahl und was die Pass-Line-Wette tatsächlich kostet
Craps ist eines der wenigen klassischen Würfelspiele, das in Deutschland eine eigentümliche Lücke hinterlässt. Wer hier nach „Craps Online Casino“ sucht, landet fast immer bei Anbietern, die offiziell gar keine Casinospiele führen dürfen – und bei einer überschaubaren Gruppe von Landeslizenznehmern, die wiederum kaum einen Craps-Tisch im Programm haben. Wer das Spiel spielen will, muss deshalb zwei Fragen getrennt beantworten: Wer hat überhaupt die Erlaubnis, Casinospiele wie Craps zu veranstalten? Und wer davon führt Craps tatsächlich im Programm? Die Antworten fallen auseinander, und genau das prägt den deutschen Markt.

Datenstand: 23 September 2026 – verifiziert gegen die GGL-Whitelist (Stand 07.09.2026).
Inhaltsverzeichnis
- Verantwortungsvolles Spielen: Werkzeuge, die Craps-Spieler kennen sollten
- Spielauswahl: Welche Anbieter tatsächlich Craps führen
- Vergleich: Acht Anbieter für Craps in Deutschland
- Was Craps eigentlich ist: Grundprinzip und Come-Out-Wurf
- Nebenwetten: Was sie kosten und warum sie meistens nichts kosten sollten
- Was die Lizenzlage für den Craps-Markt in Deutschland bedeutet
- Anbieter im Einzelbild
- Was die Werbeangebote tatsächlich kosten
- Einsatzlimits und Spielregeln: Was beim Craps-Online-Tisch zählt
- Wer wo spielen sollte – und wer nicht
- Häufige Fragen zu Craps in deutschen Online-Casinos
Verantwortungsvolles Spielen: Werkzeuge, die Craps-Spieler kennen sollten
Craps-Tempo gehört zu den höheren unter den Casinospielen. Ein Wurf folgt dem nächsten, die Wette liegt schon, bevor der Stickman den nächsten Punkt ausruft. Wer in einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, hat darum Werkzeuge an der Hand, die das Spiel in Bahnen halten, die der Spieler allein selten halten kann.
Das wichtigste ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit: 1.000 € pro Monat, verteilt auf alle bei der GGL lizenzierten Anbieter zusammen. Das wird technisch über LUGAS durchgesetzt, eine Limitdatei, die jeden Einzahlungsversuch gegen das Gesamtlimit rechnet. Das Limit ist nicht verhandelbar im Standardfall, kann aber gegen Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit heraufgesetzt werden. Für einen Craps-Spieler heißt das: Das, was er an einem Tisch bei einem Anbieter einzahlt, zählt gegen das, was er bei einem anderen einzahlen kann – ohne dass er es selbst überblickt.

Zweitens OASIS, die zentrale Sperrdatei für Selbstsperren. Wer sich selbst sperren lässt, wird bei jedem lizenzierten Anbieter abgewiesen, bevor er einen Einsatz tätigt. Die Sperre gilt bundesweit, sie lässt sich nicht durch einen Anbieterwechsel umgehen. Bei Craps mit seinem schnellen Rhythmus ist eine Selbstsperre das letzte Mittel, wenn die eigenen Grenzen nicht mehr gehalten werden.
Drittens die Pflicht zur Identitätsprüfung vor dem ersten Einsatz. Kein lizenzierter deutscher Anbieter lässt anonym spielen – schon die Anmeldung verlangt Ausweis, Adresse und ein Konto auf den eigenen Namen. Das hat zwei Seiten: Es schließt Minderjährige aus, und es macht die Hilfesysteme erst möglich. Wer diese Hürde umgehen will, landet unweigerlich bei Anbietern ohne deutsche Lizenz, und dort greifen weder OASIS noch LUGAS.
Was keines dieser Werkzeuge ersetzt, ist die eigene Kontrolle am Tisch. Die Limits ziehen sich um das Konto, nicht um die einzelnen Würfe. Wer mit 200 € am Tisch sitzt, zehn Würfe hintereinander verliert und dann nachlädt, hat nicht gegen eine Regel verstoßen – aber gegen sein eigenes Limit, das er sich hätte setzen müssen.
Spielauswahl: Welche Anbieter tatsächlich Craps führen
Das deutsche Online-Glücksspielrecht unterscheidet zwei Genehmigungsarten, und genau diese Unterscheidung entscheidet, ob ein Anbieter Craps anbieten darf.

Eine GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele deckt ausschließlich Slots – Spielautomaten, deren Ergebnis ein Zufallsgenerator bestimmt. Craps ist ein Tischspiel mit Würfeln oder einem Live-Dealer, fällt also nicht darunter. Wer in der GGL-Whitelist unter „virtuelle Automatenspiele“ steht, darf Craps nicht anbieten. Dazu gehören JackpotPiraten, BingBong, Tipico Games und Wunderino.
Eine Erlaubnis als „Online-Casinospiele“ vergeben die Länder, nicht die GGL. Nur wer dort steht, darf Tisch- und Live-Spiele wie Roulette, Blackjack oder Craps anbieten. Die GGL-Whitelist führt unter dieser Kategorie genau fünf Einträge: Merkur Bets Malta, NOVOLINE.DE, Skill On Net, Tipico Karlsruhe und die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung Bayern. Schleswig-Holstein ist für vier davon zuständig, Bayern für den fünften. Das ist der gesamte deutsche Markt für legale Online-Casinospiele, und er ist klein.
Was im Umkehrschluss Craps betrifft, ist die Lage noch dünner. Die Recherchen für die hier aufgeführten Anbieter haben für keinen einzigen einen konkreten Craps-Tisch im laufenden Spielbetrieb nachweisen können. Branchenverzeichnisse wie Artofcraps, Besteonlinecasinos und Casinospiele listen für die Spielbank Sachsen die Möglichkeit von Craps im stationären Angebot, der Online-Übertrag in einen Live-Tisch ist aber nicht belegt. Bei Evolution Gaming, dem Anbieter, an dessen Craps-Live-Tische Ice Casino anbindet, ist das Spiel im Programm – die deutsche Lizenz hat Ice Casino aber gerade nicht.
Wer Craps online in Deutschland spielen will, muss darum eine der beiden folgenden Lücken akzeptieren: Er spielt bei einem lizenzierten deutschen Anbieter und findet dort vermutlich keinen Craps-Tisch. Oder er spielt Craps bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz und ist dann nicht mehr durch OASIS, LUGAS und die übrigen Schutzmechanismen abgesichert.
Vergleich: Acht Anbieter für Craps in Deutschland
Die folgende Übersicht stellt die Anbieter gegenüber, die im deutschen Markt tatsächlich eine Rolle spielen. Vier davon führen Slots mit GGL-Erlaubnis, einer führt Casinospiele unter einer Landserlaubnis, drei weitere sind Offshore-Anbieter ohne deutsche Lizenz.
| Anbieter | Lizenzstatus (GGL-Whitelist) | Craps im Programm | Beworbene Konditionen |
|---|---|---|---|
| JackpotPiraten | Whitelist – virtuelle Automatenspiele | – | – |
| BingBong | Whitelist – virtuelle Automatenspiele | – | – |
| DIE SPIELBANK | Whitelist – Slots, staatlicher Anbieter Sachsen | Listings führen Craps im stationären Spiel, kein Online-Tisch belegt | – |
| Merkur | Whitelist – Online-Casinospiele (Land Schleswig-Holstein) | – | – |
| Tipico Games | Whitelist – virtuelle Automatenspiele | – | – |
| Wunderino | Whitelist – virtuelle Automatenspiele | – | – |
| Ice Casino | Nicht in der GGL-Whitelist (Curaçao-Lizenz, WhiteBox B.V.) | Craps als Live-Tisch über Evolution Gaming | Einzahlungsbonus mit Rollover 40×, Freispielgewinne 35× |
| Slottica | Nicht in der GGL-Whitelist (Curaçao-Lizenz OGL/2024/1060/0472) | – | – |
Wichtig zum Lesen der Tabelle: Die Spalte „Craps im Programm“ steht für das, was die Recherche an verifizierbaren Belegen erbracht hat – nicht für das, was ein Anbieter bewirbt. Ein Strich heißt hier: Es liegt keine bestätigte Information über einen Craps-Tisch vor, und die Behauptung, ein Anbieter führe das Spiel, ließe sich derzeit nicht aus einer unabhängigen Quelle belegen.
Was Craps eigentlich ist: Grundprinzip und Come-Out-Wurf
Craps wird mit zwei Würfeln gespielt. Der Spieler setzt, bevor der Stickman die Würfel dem Shooter übergibt. Im Mittelpunkt jeder Runde steht der Come-Out-Wurf – der Eröffnungswurf, bevor ein „Point“ festgelegt ist.
Drei Ergebnisse unterscheidet das Spiel sofort: Fällt eine 7 oder 11, gewinnt die Pass-Line-Wette auf der Stelle. Fällt eine 2, 3 oder 12, verliert sie sofort – das sind die „Craps“. Fällt eine 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, wird die gewürfelte Zahl zum „Point“. Damit beginnt eine zweite Phase: Der Shooter würfelt weiter, und die Pass-Line-Wette gewinnt, wenn er den Point noch einmal trifft, bevor eine 7 fällt. Sie verliert, wenn vor dem erneuten Point eine 7 fällt – das sogenannte „Seven Out“.
| Wette | Hausvorteil |
|---|---|
| Pass-Line / Come | 1,41 % |
| Don’t Pass / Don’t Come | 1,36 % |
| Place 6 oder 8 | 1,52 % |
| Place 5 oder 9 | 4,00 % |
| Place 4 oder 10 | 6,67 % |
Die zweite Schicht bilden die Odds-Wetten, die hinter eine offene Pass- oder Don’t-Pass-Wette gesetzt werden dürfen. Sie zahlen ohne eigenen Hausvorteil – 0 %. Das ist eine seltene Eigenschaft unter Casinospielen: Die Quote entspricht genau der Wahrscheinlichkeit. Deshalb gilt unter erfahrenen Craps-Spielern die Regel, nach Möglichkeit das Maximum an Odds hinter die Pass-Line zu setzen, das der Tisch erlaubt.
Diese zweite Schicht gehört zu den Dingen, die die meisten Online-Craps-Varianten am Bildschirm anders abbilden als das stationäre Spiel. Während man am echten Tisch dem Stickman einen Stapel Chips zuschiebt und ihm sagt „odds on the six“, klickt man online ein Feld an, und die Software führt das aus. Welcher Anbieter das Maximum an Odds hinter Pass und Come zulässt, unterscheidet sich – üblich ist das 2- bis 10-Fache des Grundeinsatzes.
Nebenwetten: Was sie kosten und warum sie meistens nichts kosten sollten
Craps lebt von der Vielfalt seiner Felder. Neben der Pass-Line gibt es eine ganze Reihe weiterer Wetten, und der Hausvorteil schwankt dabei erheblich. Wer am Tisch steht, sieht die Felder mit ihren Auszahlungen – und nicht jeder Auszahlung sieht man die Marge des Hauses an.
Die Come-Wette funktioniert wie die Pass-Line, mit demselben Hausvorteil von 1,41 %. Die Don’t-Come-Wette entspricht der Don’t-Pass mit 1,36 %. Diese Wetten sind für einen Spieler, der das Spiel versteht, kein Problem.
Die Place-Wetten auf die Punktzahlen unterscheiden sich: Auf 6 oder 8 zahlen sie 7:6, mit einem Hausvorteil von 1,52 %. Auf 5 oder 9 zahlen sie 7:5, mit 4,00 %. Auf 4 oder 10 zahlen sie 9:5, mit einem Hausvorteil von 6,67 %. Das ist der Punkt, an dem die meisten Spieler zu wenig prüfen: Eine Auszahlung von 9:5 klingt großzügig – der Hausvorteil ist fast fünfmal so hoch wie bei der Pass-Line.
Noch teurer sind die Single-Roll-Wetten. „Any Seven“ zahlt 4:1, mit 16,67 % Hausvorteil. „Any Craps“ bringt es auf 11,11 %. „Yo“ (die 11) liegt ebenfalls bei 11,11 %. Hardways – Wetten darauf, dass eine Zahl als Pasch fällt, also als 4-4, 6-6, 8-8 oder 10-10 – zahlen je nach Punkt 7:1 oder 9:1, mit Hausvorteilen zwischen 9,09 und 11,11 %. Big 6 und Big 8, ältere Felder, zahlen nur 1:1 – das ist schlechter als die Place-Wette auf 6 oder 8, die immerhin 7:6 zahlt. Wer an einem Tisch steht, an dem beide Felder existieren, sollte Big 6 und Big 8 meiden.
Die ungeschriebene Regel am Tisch lautet deshalb: Wer Pass, Come und Odds spielt, ist im einstelligen Prozentbereich Hausvorteil unterwegs. Wer anfängt, Any-Seven oder Hardways zu spielen, ist im zweistelligen Bereich. Der Unterschied ist auf einem Wurf nicht zu sehen – über hundert Würfe ist er der Unterschied zwischen einem Spieler, der das Spiel bezahlt, und einem, der daran verdient.
Was die Lizenzlage für den Craps-Markt in Deutschland bedeutet
Wer in Deutschland ein Online-Casino betreibt, braucht eine Erlaubnis. Der gemeinsame Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, unterscheidet zwei Arten: Die bundesweite Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vergibt die GGL, die Erlaubnis für Online-Casinospiele – also Tisch- und Live-Spiele – vergibt das jeweilige Land. Diese Trennung ist nicht technisch – sie ist die Folge einer politischen Entscheidung, die Länder behalten das Monopol auf Tischspiele.
Die GGL-Whitelist führt zum Stand 07.09.2026 insgesamt 166 Einträge. Davon entfallen 34 auf virtuelle Automatenspiele, 27 auf Sportwetten und 5 auf Online-Poker. Unter „Online-Casinospiele“ finden sich nur 5 Einträge, alle landeslizenziert: Merkur Bets Malta, NOVOLINE.DE, Skill On Net, Tipico Karlsruhe und die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung Bayern. Das ist der gesamte rechtliche Markt für Casinospiele im Internet.
Die praktische Folge: Wer bei einem Anbieter spielt, der nicht auf der Whitelist steht, bewegt sich außerhalb der Regulierung. Es gibt in Deutschland keine schwarze Liste – die GGL selbst veröffentlicht nur die Whitelist, und eine direkte Aussage „Anbieter X ist illegal“ liefert sie nicht. Die belastbare Aussage lautet: „Anbieter X ist nicht in der Whitelist der GGL geführt (Stand 07.09.2026)“. Das ist juristisch etwas anderes, hat aber für den Spielerschutz dieselbe Konsequenz – OASIS, LUGAS und die Pflicht zur Vollidentifikation greifen bei diesen Anbietern nicht.
Die Strafvorschriften liegen im Strafgesetzbuch: Wer unerlaubt Glücksspiel veranstaltet, macht sich nach § 284 StGB strafbar – bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Wer daran teilnimmt, nach § 285 StGB – bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Die Vollständigkeit der Liste führt in der Praxis nicht zu Massenverfahren gegen einzelne Spieler, sondern zu Verfahren gegen Anbieter. Aber das Fehlen von Verfahren gegen Spieler ist keine Entwarnung.
Die Marktdaten, die die GGL im Tätigkeitsbericht 2025 für das Jahr 2024 veröffentlicht hat, beziffern den nicht regulierten Anteil am Online-Glücksspielvolumen auf 23 %, die Kanalisierungsquote entsprechend auf 77 %. Das heißt: Mehr als ein Fünftel des Online-Glücksspiels in Deutschland findet außerhalb der Whitelist statt – bei Anbietern wie den hier genannten Offshore-Marken oder bei Anbietern, die in Deutschland weder Whitelist noch Aufmerksamkeit der Behörden haben. Für 2025 selbst hat die GGL keine eigenen Kennzahlen veröffentlicht.
Anbieter im Einzelbild
JackpotPiraten (Jackpotpiraten.de) – GGL-Whitelist, nur Slots
JackpotPiraten wird von der DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH betrieben, die auch BingBong.de betreibt – beide Plattformen erscheinen in der Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“ mit einem bundesweiten Vertriebsgebiet. Die DGGS ist der einzige Anbieter, der in Deutschland zwei Plattformen parallel betreibt.
JackpotPiraten ist ein Slot-Anbieter mit GGL-Erlaubnis. Craps ist ein Tischspiel. Der Anbieter darf Craps nach deutschem Recht nicht anbieten, und ein entsprechendes Angebot ist dort nicht belegt. Wer hier spielt, spielt Slots, keine Würfel.
BingBong (Bingbong.de) – GGL-Whitelist, andere Spielebibliothek
BingBong steht ebenfalls unter DGGS mbH, aber die RTP-Übersicht des Anbieters listet rund 1.200 Spiele von mehr als 15 Herstellern – ein anderer Bestand als bei JackpotPiraten, trotz identischem Betreiber. Das zeigt, dass eine Konzession nicht automatisch eine identische Spielebibliothek bedeutet.
Auch BingBong führt Craps nicht im Programm – die Lizenz deckt Slots, kein Tischspiel. Für einen Spieler, der Craps will, ist BingBong keine Adresse.
DIE SPIELBANK – staatlicher Anbieter Sachsens
Die Sächsische Spielbanken-GmbH & Co. KG betreibt DIE SPIELBANK als staatliche Plattform. Die Erlaubnis besteht laut Betreiberangabe seit dem 03.11.2022, erteilt vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Die Plattform ist in der Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“ geführt, was überraschen mag – der Name klingt nach Casinospiel.
Branchenverzeichnisse wie Artofcraps.com, Besteonlinecasinos.com und Casinospiele.de listen für die Spielbank Sachsen Craps als Teil des Angebots – im stationären Spiel. Ob die Plattform einen Online-Tisch für Craps führt, ließ sich im Rahmen der Recherche nicht bestätigen. Wer Craps in Sachsen spielen will, fährt am besten in eine der Spielbanken vor Ort. Wer online spielen will, findet hier Slots.
Merkur (Merkur-spiel.de) – Landserlaubnis für Online-Casinospiele
Merkur ist einer der fünf Anbieter in Deutschland mit einer Landserlaubnis für Online-Casinospiele – die GGL-Whitelist führt Merkur Bets Malta Limited als Inhaber, die zuständige Aufsicht ist Schleswig-Holstein. Damit darf Merkur Tisch- und Live-Spiele anbieten – also genau die Kategorie, in die Craps fällt.
Was Merkur tatsächlich im Live-Programm führt, hat die Recherche nicht abschließend belegen können. Die Lizenz erlaubt es; ob ein Craps-Tisch Teil des Spielbetriebs ist, hängt von der Programmzusammenstellung ab. Das ist der entscheidende Punkt für einen Craps-Spieler: Hier liegt eine Lizenz, die das Spiel abdecken würde – ob es angeboten wird, ist die Frage, die der Anbieter selbst beantworten muss.
Tipico Games (games.tipico.de) – GGL-Whitelist, Slots
Tipico Games trägt eine GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Das ist nicht zu verwechseln mit Tipico Karlsruhe, das eine Landserlaubnis für Online-Casinospiele hat – Tipico ist eines der wenigen Unternehmen, das in Deutschland beide Lizenztypen führt.
Games.tipico.de fällt in die Kategorie Slots – Craps darf hier nicht angeboten werden und ist im Programm nicht belegt.
Wunderino (Wunderino.de) – GGL-Whitelist, Slots
Wunderino wird von Megapixel Entertainment Limited betrieben und steht in der GGL-Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“. Die Lizenz deckt Slots, Craps ist nicht Teil des Programms und darf es nach der Lizenz auch nicht sein.
Ice Casino – Offshore, Craps im Programm
Ice Casino wird laut Eigenangabe von WhiteBox B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben. Die Marke ist nicht in der GGL-Whitelist geführt – keine deutsche Erlaubnis, kein Anschluss an OASIS oder LUGAS. Für Spieler in Deutschland ist das Angebot ein unerlaubtes Glücksspiel im Sinne des GlüStV 2021.
Was Ice Casino von den lizenzierten deutschen Anbietern unterscheidet: Craps ist tatsächlich im Programm – als Live-Tisch über Evolution Gaming. Für einen Spieler, der unbedingt online Craps spielen will und die Lizenzfrage akzeptiert, ist das einer der erreichbaren Wege. Die Kehrseite ist vollständig: kein OASIS, kein LUGAS, keine Pflicht zur Identitätsprüfung im deutschen Standard, keine deutsche Aufsicht, kein Anlaufpunkt bei Streit.
Für den Einzahlungsbonus nennt Ice Casino einen Rollover von 40×, für Gewinne aus Freispielen 35×. Was das tatsächlich kostet, zeigt die folgende Rechnung: Bei einem Bonus von 100 € muss der Spieler 4.000 € Umsatz generieren, bevor eine Auszahlung möglich wird. Bei einer durchschnittlichen Slot-RTP von 96 % entspricht das einem erwarteten Verlust von 160 €, bevor die Rollover-Bedingung überhaupt erfüllt ist – das heißt: 60 € Verlust zusätzlich zum Bonus. Wer mit kleiner Bankroll spielt, sieht den Bonus nie ausgezahlt.
Slottica (Slottica.com) – Offshore, Craps nicht bestätigt
Slottica wird laut Eigenangabe von Atlantic Management B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben, unter der Lizenz OGL/2024/1060/0472. Die Marke ist nicht in der GGL-Whitelist – keine deutsche Erlaubnis. Für deutsche Spieler ist das Angebot unerlaubt.
Craps ist im Programm von Slottica nicht belegt. Der Anbieter hat damit dieselbe Lizenzposition wie Ice Casino, aber ohne den Vorteil eines nachgewiesenen Craps-Tischs.
Was die Werbeangebote tatsächlich kosten
Craps ist ein Spiel mit niedrigem Hausvorteil. Wer den Tisch ohne Promotion spielt, verliert statistisch etwa 1,41 € pro 100 € Einsatz auf der Pass-Line. Die Frage ist, was passiert, wenn ein Bonus ins Spiel kommt.
Ein typisches Offshore-Willkommensangebot kombiniert einen Einzahlungsbonus mit einem Rollover. Nehmen wir das Ice-Casino-Beispiel: Einzahlungsbonus 100 €, Rollover 40×. Das bedeutet: 100 € × 40 = 4.000 € Umsatz, der durch Spielen generiert werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist.
Bei einer angenommenen RTP von 96 % – das ist der Durchschnitt der meisten Online-Slots, an denen der Bonus umgesetzt wird – entspricht das einem erwarteten Verlust von 4.000 € × (1 – 0,96) = 160 €. Der Spieler setzt 4.000 € um und verliert davon statistisch 160 €, bevor er überhaupt auszahlen kann.
Was das pro Stunde heißt, hängt vom Spieltempo ab. Slots rechnen mit etwa 5 Sekunden pro Spin. Bei 1 € pro Spin sind das 720 Spins pro Stunde, also 720 € Umsatz. Für die 4.000 € sind das etwa 5,6 Stunden reinen Spielens. Wer in dieser Zeit 160 € erwartet verliert und das mit seinem eigenen Geld finanziert, hat einen Stundenverlust von knapp 29 € – das ist mehr, als die meisten Freizeitspieler an einem Roulette-Tisch verlieren würden.
Für Craps selbst sieht die Rechnung anders aus. Craps ist kein Slot. Wer den Bonus an einem Craps-Tisch umsetzt – und das hängt von den Umsatzbedingungen ab –, hat einen Hausvorteil von 1,41 % auf der Pass-Line. Bei 4.000 € Umsatz wäre der erwartete Verlust 56,40 € – weniger als ein Viertel des Slot-Verlusts. Das Problem ist nur: Die meisten Bonusbedingungen schließen Craps ganz oder teilweise vom Umsatz aus, oder sie zählen nur einen Bruchteil. Wer einen Bonus an einem Craps-Tisch umsetzen will, liest darum die Bedingungen, bevor er den Bonus annimmt.
Es gibt im deutschen lizenzierten Markt kein einheitliches Werbeangebot für Craps – weil es kaum einen Craps-Tisch im lizenzierten Markt gibt. Damit ist auch die Rechnung hypothetisch: Sie zeigt, was eine Bonusstruktur kosten würde, wenn es sie gäbe. Für einen Anbieter, der einen Craps-Tisch in einem Land mit Online-Casinospiele-Erlaubnis führen würde, wäre die Rechnung die gleiche – der Hausvorteil von Craps ist überall gleich, und der Unterschied zwischen 1,41 % und 4 % Hausvorteil macht auf 4.000 € Umsatz etwa 103 € aus.
Wer ein Werbeangebot annimmt, das Craps vom Umsatz ausschließt, sollte die Zeit, die er an anderen Spielen verbringt, nicht unterschätzen. Fünf Stunden an Slots statt zwei Stunden an Craps – bei gleicher Bankroll, gleicher Einsatzhöhe, aber unterschiedlichem Hausvorteil – kosten das Mehrfache. Der Bonus ist selten das Geschenk, als das er beworben wird.
Einsatzlimits und Spielregeln: Was beim Craps-Online-Tisch zählt
Für Spieler in Deutschland gilt seit dem 1. Juli 2026 ein gestaffeltes Einsatzlimit für virtuelle Automatenspiele: 1 € pro Spin für jeden Spieler, 3 € für Spieler ab 21 Jahren, 5 € für Spieler ab 21 Jahren nach einer 90-tägigen Qualifikationsphase. Diese Aufstockung ist optional für den Anbieter und gilt befristet bis zum 31. Dezember 2027.
Craps fällt nicht unter diese Regelung – das gilt für Slots. Für Tisch- und Live-Spiele setzen die Lizenzbedingungen des jeweiligen Landes eigene Rahmen. Für Schleswig-Holstein, das vier der fünf Online-Casinospiele-Erlaubnisse hält, gelten eigene Höchsteinsätze, die je nach Spiel und Lizenz variieren.
Was für jeden Craps-Tisch gleich bleibt, ist das 5-Sekunden-Intervall zwischen den Würfen – eine langjährige GlüStV-Regel. Sie gilt auch für Live-Tische, an denen der Dealer würfelt und die Kamera den Wurf zeigt.
Der monatliche Einzahlungslimit-Höchstbetrag von 1.000 € gilt über alle lizenzierten Anbieter hinweg – das LUGAS-System rechnet jeden Einzahlungsversuch dagegen. Für Craps, das mit höheren Einsätzen pro Runde spielt als Slots, heißt das: Wer ernsthaft spielt, erreicht das Limit schnell. 1.000 € sind 1.000 Pass-Line-Einsätze à 1 €, oder 200 Einsätze à 5 €.
Eine Besonderheit deutscher Lizenz ist die Zahlungsmethode: § 6b Abs. 4 GlüStV erlaubt nur Zahlungen von einem Konto auf den eigenen Namen bei einem EU-regulierten Zahlungsdienstleister. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen – kein lizenzierter deutscher Anbieter akzeptiert Kryptowährungen. Wer mit Bitcoin oder Ether spielen will, bleibt bei Offshore-Anbietern.
Was beim Craps-Tisch selbst zählt, sind zwei Dinge: Erstens, ob Odds-Wetten hinter Pass und Don’t Pass in voller Höhe zugelassen sind – üblich ist das 2- bis 10-Fache des Grundeinsatzes. Zweitens, ob Single-Roll-Wetten wie Any Seven oder Hardways Teil des Angebots sind – sie sind es meistens, und der Hausvorteil ist hoch genug, dass sie gemieden werden sollten.
Wer wo spielen sollte – und wer nicht
Für einen Spieler, der in Deutschland Craps online spielen will, läuft die Entscheidung auf eine Abwägung hinaus, die das Thema dieses Artikels ist.
Wer auf deutsche Lizenz und damit auf OASIS, LUGAS und die Vollidentifikation Wert legt, hat zurzeit kaum eine Adresse. Die Lizenz für Online-Casinospiele existiert nur in fünf Einträgen, und Craps ist in deren Live-Programm nicht belegt. Der Spieler spielt Slots bei einem GGL-lizenzierten Anbieter und Craps bleibt ein Wunsch.
Wer auf das Spiel selbst Wert legt – und bereit ist, die Lizenzfrage zu akzeptieren –, landet bei Offshore-Anbietern wie Ice Casino, die einen Craps-Live-Tisch führen. Er spielt dann ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne die deutsche Streitbeilegung und gegen die ausdrückliche Rechtslage. Was er gewinnt, ist Zugang zum Spiel selbst.
Wer die Mitte sucht, spielt Craps in einer staatlichen Spielbank in Sachsen oder einem anderen Land mit stationärem Spiel – und überträgt das Online-Element auf den Besuch vor Ort. Das ist nicht das, wonach die Suchanfrage klingt, aber es ist die juristisch saubere Antwort, die das deutsche Recht zurzeit hergibt.
Die Frage, welcher dieser Wege „besser“ ist, hängt davon ab, was der einzelne Spieler höher gewichtet. Das ist eine Bewertung, die nicht diese Seite trifft – sie liegt beim Leser. Was diese Seite sagen kann: Es gibt im deutschen Markt keine Adresse, die Craps mit deutscher Lizenz führt, und es gibt Adressen, die Craps ohne deutsche Lizenz führen. Beides nebeneinander zu wissen, ist der erste Schritt einer informierten Entscheidung.
Häufige Fragen zu Craps in deutschen Online-Casinos
Ist Craps in deutschen Online-Casinos legal spielbar?
Rechtlich fällt Craps unter die Kategorie „Online-Casinospiele“, für die deutsche Anbieter eine Landserlaubnis brauchen. Die GGL-Whitelist führt zum Stand 07.09.2026 fünf solcher Erlaubnisse, alle landeslizenziert. Ob einer dieser Anbieter tatsächlich Craps im Programm führt, hängt von der Angebotszusammenstellung ab und ist für keinen der fünf Einträge abschließend belegt. Anbieter ohne Whitelist-Eintrag – wie Ice Casino oder Slottica – sind in Deutschland unerlaubt.
Wann gewinnt die Pass-Line-Wette beim Come-Out-Wurf sofort?
Beim Come-Out-Wurf gewinnt die Pass-Line-Wette sofort, wenn der Shooter eine 7 oder 11 würfelt – diese Würfe heißen „Natural“. Die Auszahlung beträgt 1:1, der Hausvorteil liegt bei 1,41 %.
Bei welchen Würfelzahlen verliert die Pass-Line-Wette sofort?
Beim Come-Out-Wurf verliert die Pass-Line-Wette sofort, wenn der Shooter eine 2, 3 oder 12 würfelt – diese Würfe heißen „Craps“. Bei einer 12 wird der Einsatz in den meisten Spielversionen zurückgegeben, das hängt von der Tischregel ab.
Was bedeutet der Begriff Come-Out-Wurf beim Craps?
Der Come-Out-Wurf ist der Eröffnungswurf einer Runde, bevor ein „Point“ festgelegt ist. Fällt eine 7 oder 11, gewinnt die Pass-Line sofort. Fällt eine 2, 3 oder 12, verliert sie sofort. Fällt eine 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, wird die gewürfelte Zahl zum Point, und die Runde geht in eine zweite Phase über.
Gibt es Craps als Live-Tisch in deutschen Online-Casinos?
Bei den fünf lizenzierten deutschen Anbietern für Online-Casinospiele ist kein Craps-Live-Tisch bekannt. Offshore-Anbieter wie Ice Casino führen Craps über Evolution Gaming als Live-Tisch, sind aber nicht in der GGL-Whitelist geführt. Für deutsche Spieler ist das Angebot dort unerlaubt.
Welche Grundwetten gibt es beim Craps neben der Pass-Line?
Die wichtigste Gegenwette ist Don’t Pass, mit 1:1-Auszahlung und 1,36 % Hausvorteil – niedriger als die Pass-Line. Die Come-Wette folgt den Regeln der Pass-Line (1,41 %), Don’t Come entspricht Don’t Pass (1,36 %). Die Odds-Wetten hinter Pass und Come haben keinen Hausvorteil (0 %), zahlen aber je nach Point unterschiedlich. Place-Wetten auf die Punktzahlen zahlen zwischen 7:6 und 9:5, mit Hausvorteilen zwischen 1,52 % und 6,67 %. Single-Roll-Wetten wie Any Seven, Any Craps, Yo und Hardways haben Hausvorteile zwischen 9,09 % und 16,67 %.
Erstellt von der Redaktion von „Casino Steuern Info”.
